Schneewittchen und der Stressworkshop

Franziska Achtsamkeit Schlagwörter: , , , , , , , ,
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Habt ihr schon mal das lebendige Schneewittchen gesehen? Ich schon. Aufgewachsen bin ich nämlich in der Schneewittchenstadt Lohr am Main. Wir haben letzt das Schneewittchen besucht, das Wirtshaus im Spessart gesehen und ich habe einen Stressworkshop mitgemacht.

Einen Ort, den man schon gut kennt, mal bewusst wahrzunehmen, ist eine ganz neue Erfahrung. Wenn man durch Straßen fährt oder läuft, die man schon unzählige Male passiert hat, fällt einem gar nicht auf, was es alles zu entdecken gibt. Als wären die Augen im Tunnelblick gefangen. Scheuklappen ab und Entdeckerbrille auf!

Alle zwei Wochen am Sonntag findet in Lohr eine Schneewittchenführung statt. Diese kostenlose Führung ist mit einer Free Walking Tour, wie man sie aus Großstädten kennt, vergleichbar. Nach einer Einführung des Schneewittchens höchstpersönlich auf dem Schlossplatz geht es los. Sie verabschiedet sich und gibt das Wort an die enthusiastische Führerin ab. Diese reißt uns mit, während sie von der Geschichte Lohrs erzählt.

Wir flanieren zwischen Fachwerkhäusern durch die Gassen, sehen das älteste Gasthaus der Stadt, lernen etwas über die Kirche St. Michael und erklimmen den Bayersturm. Für mich sind die Gebäude zwar nichts Neues, aber mit der Geschichte der Stadt habe ich mich noch nicht so ausgiebig auseinandergesetzt.

Nach der ausgiebigen Führung erkunden wir noch das Schlossmuseum, in dem unter anderem der Schneewittchenspiegel, die Spessarträuber und viel Spessartglas zu sehen sind.

Nach so viel Schneewittchen brauchen wir erstmal eine Pause

An einem anderen Tag begeben wir uns aber dennoch wieder in die Geschichte, dieses Mal steht Filmgeschichte auf dem Plan. Der Klassiker Wirtshaus im Spessart wurde unter anderem am Schloss Mespelbrunn gedreht, welches wir besuchen. Bei der Führung im Schloss finde ich mich inmitten von sich angeregt unterhaltenden Rentnerinnen wieder, die begeistert Fragen über das Schlossinterieur stellen. Wir erhaschen einen Blick auf die Gräfin, denn die Adelsfamilie bewohnt immer noch einen Großteil des Anwesens. Ich stelle mir kurz vor wie es wäre, wenn tagtäglich Touristenströme durch meine Wohnung streifen würden und bin froh, nicht in einem touristenrelevanten Haus zu wohnen.

Auf dem Parkplatz nehmen wir unser Mittagessen in Form eines kleinen Parkbankpicknicks ein. Wir haben fertiges Taboulé mitgebracht und essen es zusammen mit Baguette und Hummus. Unser Tipp: Wir haben immer unser Bundeswehrbesteck dabei. Es ist handlich, praktisch und wir haben keinen unnötigen Plastikmüll durch Wegwerfbesteck. Nach unserem Mahl stellen wir fest, dass es im Restaurant direkt am Parkplatz auch eine vegane Speise gegeben hätte.

Energie und Entspannung

Schon länger war für mich ein Stressworkshop bei einer Heilpraktikerin zusammen mit ein paar Freundinnen geplant. Energie statt Erschöpfung lautet das Thema des Tages.  Nach einer Einführung besprechen wir unsere Energiequellen.

Danach legen wir uns auf bereitgestellten Liegen nieder und sinken in eine hypnoseartige Entspannungsmeditation, bei welcher wir Wut und Ärger durch Drücken eines Schaumstoffteils herauslassen. Im intensivsten Moment des Wutspannungsbogens spüre ich nichts. Bin ich heute besonders entspannt oder habe ich gerade keinen Zugang zu meiner Wut?

Nach der Mittagspause geht es weiter mit ein paar Qi-Gong Übungen. Wir sind alle Neulinge und lassen uns gespannt darauf ein. Man arbeitet viel mit einem imaginären Energieball, holt sich neue Energie und lässt die alte los. Es ist interessant, mir persönlich fehlt aber der Flow der ineinanderfließenden Bewegungen, den ich am Vinyasa Yoga so mag. Vielleicht müsste ich dafür aber auch etwas tiefer in Qi-Gong einsteigen.

Zum Schluss legen wir uns wieder zur Chakrenmeditation hin. Es ist spannend was passiert, denn trotz der mir bekannten Chakren und dazugehöriger Farben sehe ich in dieser Tiefenentspannung fast nur Grün vor meinem inneren Auge. Wir erfahren später, dass dies Wachstum bedeutet.

Im Kurs habe ich an sich nicht viel Neues gelernt, aber ich habe die tiefe Entspannung noch ein paar Tage lang nachspüren können. Und ein bisschen fühlt es sich so an, als hätte ich die mir altbekannte Stadt ein wenig neu kennengelernt und anders wertgeschätzt.





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