Die erste FOR München, Messe für Foto, Outdoor und Reisen

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Am sonnigen Wochenende 21./22. April fand die erste FOR München statt, eine neue Messe mit dem Dreifachfokus Fotografie/Reise/Outdoor. Ich habe mich an beiden Tagen aufgemacht, um interessanten Vorträgen zu lauschen, meine Kamera für einen Tag gegen ein aktuelles Modell zu tauschen und dieses zu testen und mich an diversen Herstellerständen zu aktuellen Produkten zum Thema Fotografie zu informieren.

Zum Samstagmorgen war die Einlasskontrolle schon gut vorbereitet. Ich kam mit Handyticket problemlos auf das Messegelände – sehr gut, denn mir missfallen Ausdrucke, die Papierressourcen nur für das einmalige Abscannen eines QR/Barcodes verbrauchen. Gleich zu Beginn war ich doch sehr verblüfft: Wenig Messebesucher, die Münchner haben das schöne Wochenende lieber am See, im Wald oder den Bergen verbracht. Statt dem Bad in der Menge erwartete mich somit ein angenehmes Klima. Was für ein Unterschied zur großen und knallvollen Photokina in Köln, die FOR München ist um einige Nummern kleiner und wirkt viel familiärer. Der Sonntag brachte gefühlt mehr Messegäste auf das Gelände um Kohlenbunker und Kesselhaus direkt neben der Zenith Veranstaltungshalle im Münchner Norden.

 

Vorträge

Auf drei Stages/Bühnen gleichzeitig gab es Vorträge zu den Themen Reisen, Nachhaltigkeit und Fotografie. Ganz angenehm: Teilweise wurden die Vorträge vom Samstag am Sonntag wiederholt, so konnte man fast alle Vorträge besuchen.

Sodann ging es zu einem interessanten Vortrag, Maximilian Semsch sprach über Abenteuer Deutschland – er ist mit seinem Fahrrad samt Zelt 7500 Kilometer durch unser Land von Bayern bis an die Küsten und zurück gefahren und stellte seine Highlights und Landschaftsfavoriten vor. Interessant war, dass er gerade auf den schönsten Fahrradwegen nur wenige Leute gesehen hat.

Der Vortrag über die 18-monatigen Reiseerfahrungen von Aylin und Stefan Krieger legte den Fokus auf Nachteile eines Around-The-World-Tickets, nicht so spannend für mich.

Im überraschend interessanten und von Bernd Rietschel sehr lebhaft rübergebrachten Vortrag über Hütten in den Alpen konnte man grandiose Fotos der alpinen Fels- und Eislandschaft in stimmigem Licht betrachten. Schon als Bub war Bernd auf einigen der Hütten und kennt teilweise die Bewirtungsfamilien lange persönlich. Für ihn ist die Klimaerwärmung ganz konkret, wenn er darüber berichtet, wie die Gletscher immer weiter zurückgehen und sich die Landschaft in den Alpen ändert – das Klettern wird schwieriger, statt Eisfelder gibt es Geröllwüsten.

Nick Schreger hat in einem aktuellen Vortrag über Video für Fotografen referiert und ein paar interessante Tipps eingebaut von Auf Facebook keine Youtube-Videos verlinken bis zu Videos produzieren als Geschäftsvorteil gegenüber vielen klassischen Fotografen.

Christoph Schulz ist Umweltschutz-Blogger und stellte im Vortrag Nachhaltigkeit heraus, wieviel man mit einem Flug die Umwelt belastet. Er gibt Anhaltspunkte, die eigene Urlaubswahl zu überdenken und stellt sein Steckenpferd heraus – das Reinigen verschmutzter Strände. Als drastisches Beispiel nannte er die philippinische Tourismusinsel Boracay, die ein halbes Jahr gesperrt wird, um den Dreck der Bewohner und Besucher zu entfernen und ein besseres Abwassersystem aufzubauen.

Am Sonntag schaute ich zum Abschluss den Vortrag über Wölfe in Deutschland – Axel Gomille erklärt den aktuellen Stand und schildert, wie Zusammenleben zwischen Wolf und Mensch auch heute funktionieren kann.

 

Aussteller

Der Hauptfokus der Messestände lag eindeutig auf Fotografie, zudem gab es Buchverlage wo einige der Vortragenden ihre Bücher auch signierten. Ein Individualreiseveranstalter komplettierte das Ensemble.

Nach kurzem Rundgang vorbei an den Ständen von National Geographic, Canon, Lowepro, Manfrotto, Zeiss, Profoto, PhaseOne, Mindshift/Thinktank, Nikon und weiteren kam ich zum Stand von Fujifilm, wo mir tatsächlich die neue X-H1 zum Testen bis Ende des Messetages angeboten wurde – das Angebot konnte ich nicht ausschlagen und tauschte meine Kamera ein. Zudem halfen mir die kompetenten Damen am Stand, auch gleich bei meiner X-T2 das Focus Peaking einzustellen.

Man konnte an den Herstellerständen gut an die vorgestellten Produkte kommen und diese testen. Das sehr kompetente Personal war nicht überlastet und konnte geduldig die Finessen neuer Errungenschaften erklären.

Profoto stellte prominent die beiden kabellosen Akkublitze B1 und B2 vor, ich bekam einen guten Überblick durch den anwesenden Experten und prüfte auch die im Kit enthaltenen Transportoptionen Rucksack und Tasche.

Bei Manfrotto ließ ich mir die aktuellen leichte Reisestative vorstellen und konnte selbst die verschiedenen befree Modelle anfassen und aufstellen.

Am Stand von Foto Dinkel bohrte ich etwas nach und war interessiert an den Unterschieden zu den Mitbewerbern in der Branche, zumal gerade in München unweit vom Geschäft zwei weitere größere Fotoläden sind. Interessanterweise hat man trotz Fokus auf München eine Kooperation mit anderen Profiläden in Deutschland, unter anderem dem bekannten GM Foto in Frankfurt.

Am Mindshift/Thinktank Stand erhielt ich eine interessante Einführung in die Geschichte und die neusten Produkte, den etwas unterschiedlichen Fokus der beiden Marken – dem urbanen Thinktank und Mindshift für Outdoorfotografen. Vielen Dank an Herrn Dölle von Mamiya Deutschland für das interessante Gespräch.

 

Außengelände

Das Außengelände diente drei Foodtrucks als Essensausgabeplatz. Am Foodtruck Grüner Sepp gab es leckere vegane Falafel zu essen.

Falafelwrap

In einem Bereich des Kesselhauses durfte man unter Profibedingungen Models fotografieren und seine Kamera an in farbiges Licht getauchte Maschinen ausprobieren.

 

 

Die am Gelände angrenzende Halle diente Fotoexkursionen als dankbare Motivfundgrube.

Fazit

Ich fand die FOR München 2018 super motivierend. Es war sehr angenehm, mit kompetentem Fachpersonal in sehr schöner Atmosphäre zu sprechen und den überwiegend hochkarätigen Vorträgen zu lauschen. Beim nächsten Mal bin ich gerne wieder dabei. Es ist geplant, nächstes Mal mit dem Programm noch mehr Richtung Outdoor und Reisen zu gehen.





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