Wie es ist, verletzt zu sein

Franziska Achtsamkeit Schlagwörter: , , ,
0

Nicht immer funktioniert der Körper genau so, wie er sollte. Manchmal hat man klitzekleine Verletzungen, die einen in gewissen Dingen einschränken. So bei mir zum Beispiel eine entzündete Sehne im Knie, die schmerzt, wenn ich meine Beine beim Yoga im herabschauenden Hund oder der Vorwärtsbeuge strecke.

Was tun? Alles weiterhin normal durchführen und die Schmerzen unterdrücken? Ich habe mich dafür entschieden, mir etwas Ruhe zu gönnen. Und dabei gemerkt: Das kann unheimlich schwer sein!

Erst werden einige Stimmen im Kopf laut, die mir einreden wollen, dass ich nicht pausieren kann. Wenn ich jetzt aufhöre, gehen alle Trainingserfolge zugrunde, die Flexibilität lässt nach, ich muss wieder von vorne anfangen. Ich kann doch nicht ohne, ich muss doch auf diese verdammte Matte.

Dann ruft eine zweite Stimme, dass mir Yoga so sehr hilft, meinen Körper zu spüren und zu mir selbst zu finden. Tagsüber gelassener zu sein. Ausgeglichen.

Aber diesen Zustand unter Schmerzen zu erzwingen ist nicht die Lösung und wird garantiert nicht funktionieren. Erst dann wird mir wieder bewusst, dass Yoga viel mehr bedeutet als nur die Asanas durchzuspielen. Es geht um eine besondere, bewusste Lebensweise. Und schon sitze ich auf meinem Meditationskissen und atme. Werde ruhig. Finde andere Wege, zur Gelassenheit und zum Ausgleich zu kommen.

Und vielleicht ist die Verletzung ein Zeichen dafür, dass man es vorher ein wenig übertrieben hat – vielleicht habe ich zu viel oder zu zwanghaft Yoga geübt. Ich versuche, das dankbar anzunehmen, denn mein Körper gibt mir nun die Möglichkeit, darüber in Ruhe nachzudenken.






Schreibe einen Kommentar