Berlin in schick: Prenzlauer Berg

Franziska Reisebericht Schlagwörter: , , ,
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Bisher kannten wir Berlin anders: Lauter, dreckiger, unfreundlicher. Aber dieses Mal hat es sich uns in völlig anderer Form präsentiert. Mag am Kiez gelegen haben.

Für die knapp 600 Kilometer rollt der Jeep inklusive zweier Pausen sieben Stunden über den Asphalt. Die Fahrt verläuft problemlos und wir kommen gut vorwärts. Die Pausen verbringen wir beide Male im McCafé, in das wir im Normalfall eher nicht hineingehen. Jetzt jedoch sind wir froh über den Kaffee, für mich gibt es sogar Cappuccino mit Sojamilch. Wenn man davon absieht, dass man weder im normalen Fast Food Restaurant als auch im Café nichts anderes konsumieren kann, ist es trotzdem schön, ein wenig Kaffee zu schlürfen. Für unterwegs haben wir uns, wie so oft, Semmeln und Brezen mitgenommen.

So schön wie vor den Raststätten-Restaurants parkt man aber sonst leider nirgendwo. Als wir in Berlin ankommen, werden wir von einer Häuserfassade in Wedding begrüßt: „Ick steh uff Wedding dit is meen Ding“! Ich glaube, ich stehe nicht ganz so sehr auf Wedding wie dieses Haus.

Parken in Großstädten ist wie Lotto spielen – man hofft auf das große Glück, aber gewinnt nie

Danach, Prenzlauer Berg, altbekannte Parksituation: Freie Parkplätze nicht vorhanden. Sonntag Abend, 18 Uhr, nicht nur wir, sondern auch weitere Autos ziehen ihre Bahnen im Block und schnappen uns die Plätze vor der Nase weg. Nach ein paar Runden stehen aber auch wir und finden nach tiefergehender Recherche heraus, dass wir in einer Bewohnerparkzone stehen, die uns pro Tag ca. 15 Euro kostet.

Wir verstehen das Prinzip nicht ganz – man braucht eine App zum Parken und muss sich zusätzlich eine Vignette ausdrucken und ins Auto legen? Für die Nacht bleiben wir einfach stehen, parken aber am nächsten Morgen kurz vor der Ankunft des Kontrolleurs um. Einen Block weiter stehen wir problemlos in einem Wohngebiet, ohne Besucherparkausweis, ohne Vignette, ohne App.

Der erste Co-Working-Space-Versuch

Wir übernachten bei Freunden und frühstücken dort gemütlich. Beim Spaziergang zum Kino am Vorabend haben wir ein Schild für einen Co-Working-Space erblickt, der sich im Coffee Fellows in der Danziger Straße befindet. Wir probieren das aus und stellen fest, dass man dort nur gegen monatliche Gebühr in den Genuss des WLANs kommt. Als Tipp für Coffee Fellows Besucher: Es gibt dort vegane Bagels.

Die Sonne strahlt uns entgegen, also laufen wir ein Stück zur Hilde in der Metzer Straße. Hier bekommen wir WLAN, Ingwertee und ein leckeres veganes Curry. Ein entspannter Laden mit gemütlicher Atmosphäre.

Nachmittags treffen wir uns mit Freunden im Vegan Tiger. Es ist ein schöner Imbiss, der mit einem Buchladen verbunden ist. Wir essen Tofu-Sandwiches und Quinoasalate und trinken dazu Smoothies. Es dauert etwas länger, bis das Essen fertig ist, dafür schmeckt es aber sehr gut. Und da wir eh schon länger dort sitzen, gönnt sich jeder noch ein Stückchen Kuchen.

Schön ist abends auch der Lucia Weihnachtsmarkt im Innenhof der Kulturbrauerei. Es gibt viele skandinavische Stände, die alle ländertypischen Glühwein verkaufen.

Statt Co-Working muss die Wohnung herhalten

Einen Tag später gehen wir zum Frühstück aus dem Haus und spazieren zum Haferkater. Das vegetarische Restaurant bietet einige unterschiedliche Porridgebowls, die gut satt machen. Wer vom Haferschleim die Nase voll hat, kann alternativ auch Avocadobrot essen, aber leider gibt es keine vegane Variante. Die Location ist schön gestaltet und es füllt sich schnell.

Auf dem Heimweg landen wir zufällig noch kurz im Erfinderladen. Witziger kleiner Laden mit unterschiedlichen verrückten Erfindungen, die man dort erwerben kann. Manche Dinge sind lustig, manche praktisch, und manche benötigt man eigentlich überhaupt nicht. Trotzdem macht das Stöbern Spaß.

Danach arbeiten wir – wie am nächsten Tag auch – in der Wohnung.

Unser Highlight: Der vegane Vietnamese

Einen Tag später gehen wir nach getaner Arbeit eine Runde im Kiez spazieren. Wir haben keine Lust gehabt, kreuz und quer durch Berlin zu fahren und haben uns deshalb auf den Prenzlauer Berg konzentriert. Das Viertel gefällt uns ziemlich gut, da es viele schöne kleine Läden gibt und eine Menge veganer Möglichkeiten direkt um die Ecke ist.

Unser Highlight folgt aber zum Abendessen im Hum. Der vegane Vietnamese ist bis auf den letzten Platz ausgebucht, deshalb lohnt es sich, im Vorfeld zu reservieren. Es gibt eine beachtliche Auswahl an leckeren Speisen, die uns begeistert. Vor allem der Nachtisch, gebackene Banane mit Klebreis und Kokosmilch, hat es uns angetan.

Das ist genau der richtige Abschluss unserer Berlintour.





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