Wie Bratislava um meine Gunst kämpfte

Franziska Reisebericht Schlagwörter: , ,
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Es gibt Städte, in die ist man auf den ersten Blick verliebt. Und es gibt Städte, zu denen man eher schwer eine herausragende Beziehung aufbauen kann. Ich muss zugeben: Die slowakische Hauptstadt und ich hatten es etwas schwierig miteinander. Vielleicht verlieben wir uns beim nächsten Mal.

Lies hier Teil II und Teil III der Reise.

 

Unsere Route. Ungefähre Gesamtstrecke: 1400 Kilometer.

 

 

Wie gewohnt startet der Jeep in Richtung der ersten Destination eine Stunde später als geplant. Er schnurrt über die Autobahn, passiert die deutsch-österreichische Grenze und lässt sich bei einem schnellen Zwischenstopp in Wien auftanken. Durch die österreichische Bundeshauptstadt geht es weiter zur Slowakischen Republik, vorbei an unzähligen Windrädern im Burgenland. Es fühlt sich spannend an, innerhalb weniger Stunden zwei Ländergrenzen zu überschreiten. Der alte Grenzübergang hat seine Ernsthaftigkeit verloren und verstrahlt eine heruntergekommene Barrackenhaftigkeit.

 


Reisetipp: Über das Webportal eznamka kann man bequem von Zuhause aus eine E-Vignette für das Fahrzeug und die benötigte Reisdauer kaufen. Am besten noch die Quittung ausdrucken, dann hat man sogar bei Straßenkontrollen den Beweis dabei. Die Vignetten gibt es für 10 Tage, 30 Tage oder ein ganzes Jahr.


Was passieren kann, wenn man versucht, Geld zu sparen

 

Bratislava erwartet uns mit Regenwetter. Der graue Himmel und einige heruntergekommene Gebäude verschlechtern meinen ersten Eindruck der slowakischen Hauptstadt. Wir checken in das Patio Hostel ein und bemerken, dass unsere Geldsparmaßnahmen leider nach hinten losgegangen sind: Das Zimmer, Bettwäsche und Handtücher sind nicht richtig sauber. Kein Wohlfühlgefühl macht sich breit. Halb verhungert gehen wir allerdings erstmal auf Jagd. Wieder Pech gehabt: Fast alle Vegan Spots, die mir die App HappyCow anzeigt, haben zu, eines ist überfüllt. Mir vergeht die Lust. Wir beschließen, uns treiben zu lassen und plötzlich finden wir uns auf einem süßen Street Food Market wieder, der uns vegane Burritos anbietet. Danach finden wir eine sehr hübsche Bar, das re:fresh, und gönnen uns ein paar hausgemachte Limonaden. Manchmal darf man sein Glück eben nicht erzwingen.

 

 

Die Nacht ist eher rau und ungemütlich, man legt sich schließlich nicht gerne in ein Bett, das man am liebsten nicht berühren würde. Könnte man doch nur über dem Boden schweben! Dieses Bett wird mir noch eine unangenehme Überraschung schenken. Damit uns die Gemeinschaftsbad-Dusche nicht ebenfalls überraschen konnte, beschließen wir kurzerhand, sie nicht zu benutzen. Wir wissen ja: Heute geht die Reise weiter. Schnell raus und ab zum Frühstück in das Urban House. Schicke Einrichtung, ein Kaffee und veganes English Breakfast für beide erhellt die Stimmung erstmal so, dass wir tatsächlich eine Weile einfach nur auf dem Sofa sitzen, träumend, quatschend, genießend.

 


Reisetipp: Hüttenschlafsack, zum Beispiel beim DAV aus Seide oder Wolle. Geringes Packmaß und sollte immer dabei sein.


Eine zweite Chance


 

Nun ist es an der Zeit, gestärkt und gut gelaunt der Stadt eine zweite Chance zu geben – die Altstadt und das Schloss sind doch ganz hübsch anzusehen. Wieder fasziniert mich die Aussicht vom Schlossberg aus, denn was sehe ich: viele viele Windräder, festgewurzelt in der weitläufigen Landschaft. Doch nach dem Abstieg in die Altstadt wiederholt sich das Szenario vom Vortag, denn auf der Suche nach veganen Möglichkeiten stehen wir leider wieder vor verschlossenen Türen. Sonntagsmentalität macht sich bemerkbar. Schließlich essen wir einen Falafelteller im Foodstock, einem eigentlich asiatischen Laden. Ich bin ein wenig erschöpft von Bratislava und freue mich auf die Weiterfahrt.





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